Zinsmethoden
Zinstage (Internetrecherche)
Zur Berechnung von Zinsen gibt es mehrere Methoden. Da sich Zinssätze immer auf ein Jahr beziehen, muß man für die Zeitdauer zwischen den Zinsterminen festlegen, wieviel Tage ein Monat bzw. ein Jahr hat. Man unterscheidet verschiedene Methoden:
Monat/ Jahr/ Verwendung
Methode Tage Tage Kurzbez. z.B.
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Deutsch 30 360 30/360 Benelux etc.
Französisch act 360 act/360 Geldmärkte
Englisch act 365 act/365 belg.Geldmar.
Alternativ act 365/366 act/act USA+Großbr.
(act = englisch actual = real/echt = 28/29/30/31-Tage/Monat bzw. 365/366-Tage/Jahr)
Ähnlich der deutschen Zinsmethode ist die US-Variante, auch 30/360 genannt, bei der aber der Februar nicht mit 30 Tagen berechnet wird.
Beispiel für die Unterschiede der Berechnungsmethoden:
Kapital:1.000.000 DM,
Zinssatz: 10%,
Schaltjahr: 366 Tage
Laufzeit: Januar (31 Tage):
Es ergeben sich folgende Zinsbeträge nach den o.g. Methoden
(abgerundet auf volle 10.00 DM):
Methode DM
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30/360: 8330 (1000000*30*10/36000= 8333.333)
act/360: 8610 (1000000*31*10/36000= 8611.111)
act/365: 8490 (1000000*31*10/36500= 8493.151)
act/366: 8460 (1000000*31*10/36600= 8469.945)
UMRECHNUNG
Um den Zinssatzes eines Kapitalmarktzinses (30/360) in einen Geldmarktzinssatz (Echt/360) umzurechnen, wird in Deutschland folgendermaßen verfahren:
Beispiel: Ein Kapitalmarktzins in Höhe von 7% entspricht einem vergleichbaren Geldmarktzins von 7 x 360/365 = 6,904 % und umgekehrt: Ein Geldmarktzins in Höhe von 7% entspricht einem vergleichbaren Kapitalmarktzins von 7,097%.
Anwendung z.B. im kaufm. Geschäftsverkehr bisher: den Monat zu 30 Tagen, das Jahr zu 360 Tagen, (Zinsmethode-360/360 u.a. in Deutschland, Schweiz, Dänemark, Norwegen, Schweden).
Aber beim amtl. Diskont gemäß BGB, Monat/e nach Kalendertagen (act/360 = Eurozinsmethode). Anwendung auch in Frankreich, Holland, Belgien, Spanien, Italien, Polen, Tschechien.
Das Jahr zu 365 Tagen und Monat/e nach Kalendertagen (Zinsmethode act/act=365/365) gibt es z.B. in USA und Großbritanien.
ZINSTAGE/METHODEN Bei den "Zinstagen" handelt es sich um die Zahl der Tage, die pro Monat der Zinsberechnung zugrunde gelegt werden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird pro Monat mit 30 Zinstagen gerechnet. Auf's Jahr gerechnet werden 360 Zinstage zugrunde gelegt.
In Italien, Frankreich und den Benelux-Staaten sowie einigen anderen Ländern geht man zwar von der gleichen Zahl von Jahrestagen aus, aber es gibt keine "pauschalierte" Monatsrechnung. Es wird mit der tatsächlichen - also von Monat zu Monat schwankenden - Zahl von Tagen gerechnet.
Hinsichtlich der monatlichen Kalendertage ist es in Großbritannien und den USA ebenso. Allerdings wird das Jahr mit 365 Tagen angesetzt.
Es ist davon auszugehen, daß es innerhalb des einheitlichen europäischen Währungsraums zu einer Vereinheitlichung bei der Berechnung der Zinstage kommt. Das wird sich bei Unternehmen und anderen Kreditnehmern auf die Höhe der Zinsbelastung auswirken. Die Veränderungen werden sich jedoch in ebenso engen Grenzen halten, wie die Entwicklung der Zinssätze innerhalb der EWU
Fibor/Euribor
Euribor = Methode act/360. Die ermittelten EURIBOR-Sätze werden an jedem Target-Handelstag um 11.00 Uhr Brüsseler Zeit über Bridge Telerate publiziert (s.a. Finanz.lex). Der Fibor verwendete (ab 1990) ebenfalls die (international gebräuchliche) Zinsmethode act/360.
EURO-Zinsformel
1. Zinsen=Kapital*Zeit*Prozentsatz/365*100 ... (z=kip/36500)
2. Prozentsatz=Zinsen*365000/(Kapital*Zeit)... (p=z*36500/(k*i))
Beispiel zu 1.) 505000.00*15*4.05/365000= 84.051 Zinsen
Beispiel zu 2.) 84.05*365000/(505000*15)= 4.050 Prozentsatz
