Das Lächeln am Fuße der Bahre...
19.04.2008 00:16... oder vom versöhnlichen Umgang mit dem Sterben.
Damit hat der Sensen mann nicht gerechnet: Die Frau, bei der er geklingelt hat, sagt nur kurz: "Tut mir leid, wir sterben nicht" und schlägt die Tür zu. Mit diesem Cartoon begüßt der Aachener Alfred Gerhards die Besucher seines Programms "Sterben, Trauer und Humor - Das Lächeln am Fuße der Bahre".
Seit drei Jahren gastiert der Kommunikadonsberater damit in Kliniken, Hospizgruppen und Hörsälen, um Menschen den Umgang mit dem Tod und der Vergänglichkeit zu erleichtern.
Die Angst vor dem Tod kann ich den Menschen nicht nehmen, aber die meisten haben eigentlich Angst vor dem Leben, erklärt Gerhards. Der ursprüngliche Gedanke zu dem Vortrag resultiert aus einem Text des Autors Kurt Kusenberg. Dadurch habe ich einen humorvollen Zugang zu dem Thema entdeckt, dem ich nachspüren wollte. So kamen immer mehr Geschichten, Ahorismen und Cartoons zusammen, bis Gerhards schließlich einem Bestattungshaus anbot, einen Abend zum Thema Tod und Humor zu gestalten.
Seither reist der als Clown "Globe" bekannte 51-Jährige mit seinem Programm durchs Land. Dass der überwiegende Teil des Publikiims erleichtert bis dankbar verläßt hängt damit zusammen, dass Gerhards gezielt Scham und Angst vor dem Tod zur Sprache bringt. Bei den meisten Tabus wie Sex oder Alkohol kann man sich aussuchen, ob man damit zu tun haben will. Aber der Tod betrifft uns alle.
Er begleitet uns von Geburt an und wartet auf sein
Rendezvous. Da Menschen sich für gewöhnlich für ein Rendezvous besonders schick machen, wundert sich Gerhards, dass in Deutschland - emotional einseitig - nur die dunkle Seite zum Ausdruck kommt. Es ist doch wie bei einem Stecker: neben dem Minusgibt es einen Pluspol. Und in der Mitte fließt dann der das Leben. Folglich sollten alle Gefühle freie Bahn haben. So brachte Gerhards einer diabteskranken Freundin, die im Sterben lag, heimlich ein halben Hähnchen und Kuchen ins Krankenhaus. So hat sie bis zum Schluss in vollen Zügen genossen. Christian Herrendorf.
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